Entspannt ins 2. Halbjahr, ohne Nachhilfe.

Öder Frontalunterricht, frustrierende Grammatikregeln, endlose Vokabellisten – das sind heute immer noch vielfach Standards für den Fremdsprachenunterricht. Demotivierte Schüler und teure Nachhilfe sind hier nicht verwunderlich. Und das, obwohl die moderne Gehirnforschung längst nachgewiesen hat, dass Sprachenlernen kinderleicht und spaßvoll sein kann. Und zwar dann, wenn man sich die Macht des Unterbewussten bewusst macht und diese Macht auch nutzt.

Wir zeigen Ihnen heute, wie Sie Nachhilfeunterricht mit gehirn-gerechten Übungen zuhause ersetzen können bzw. wie es erst gar nicht soweit kommt, dass Sie für Ihr Kind Nachhilfe beziehen müssen. Ziel ist es, mit entsprechend gehirngerechtem Lernen Fremdsprachen schnell zu verstehen und auch perfekt zu sprechen.

 

Das ist gehirn-un-gerecht:

Herkömmliches Vokablenpauken entspricht nicht der Arbeitsweise des Gehirns und ist somit zum Sprachenlernen ungeeignet!
Wieso? Stellen Sie sich vor, Sie haben im Gehirn zwei Schubladen. In der einen legen Sie gepaukte Vokabeln ab, wie z. B. „Hund – dog“. In der anderen speichern Sie die mühsam erlernten Grammatikregeln.

Jetzt möchten Sie einen englischen Satz formulieren. Was passiert? Sie suchen sich von der einen Schublade die passenden Vokabeln zusammen, und von der anderen die dazugehörige Grammatik. Jetzt müssen die Einzelteile noch zusammengestellt werden. Eine Fremdsprache zu sprechen ist in diesem Fall also immer mit viel Denkarbeit verbunden. Freies, intuitives agieren und kommunizieren ist unmöglich.

Das klingt schwierig. Und das ist es auch.

Sprachenlernen für Schüler

Das ist gehirn-gerecht:

Sprache muss wie eine Fähigkeit erlangt werden. Das Wissen dahinter, also Form und Strategie, sollte man erst dann lernen, wenn man ein gutes Grundwissen aufgebaut hat. Das heißt, Kritik von Lehrern ist erst dann sinnvoll, wenn diese auch verstanden wird. Die Schüler müssen also im fortgeschrittenen Lernprozess sein, um die Anweisungen und Verbesserungen der Lehrer zu verstehen.

Das heißt: Schüler müssen die Sprache selbst erleben und erforschen. Nur so lernen sie um ein Vielfaches schneller, stressfrei und mit Spaß.

 

Intuitives Lernen als Vorbereitung für den Unterricht.

Umsetzung für SchülerInnen:

Da wir leider keinen unmittelbaren Einfluss auf das Schulsystem haben, können wir Schülern nur helfen, indem wir sie (bzw. sie sich selbst) gezielt auf den Unterricht vorbereiten. Eine gehirn-gerechte Vorbereitung nach der Birkenbihl-Methode sieht so aus:

Phase 1: De-Kodieren

Der Schüler geht 3 Lektionen zurück und übersetzt die Wörter der vergangenen Lektionen Wort für Wort. Diese De-Kodierung wird direkt unter den fremdsprachigen Text, als 2. Zeile, geschrieben. Dabei geht es um die Bedeutung der einzelnen Wörter in der Satzstellung der fremden Sprache (dabei entsteht eine Art gebrochenes Deutsch, also keine „schöne“ Übersetzung).

Hier ein Beispiel:
We are very pleased to have you here.
Wir sind sehr erfreut zu haben dich hier.

Wir empfehlen, ca. 2 bis 3 Sätze des fremdsprachigen Textes auf ein Blatt Papier zu schreiben. Am besten ist ein A3-Blatt geeignet – darauf ist genügend Platz für Anmerkungen, Zeichnungen und alles, was das Merken erleichtert.

Einige Wörter wird der Schüler bereits kennen – diese Übersetzungen werden direkt unter das Fremdsprachenwort geschrieben. Wenn der Schüler möchte, können auch Zeichnungen anstatt Wörter verwenden werden, oder gar eine andere Sprache (wenn ihm bzw. ihr das schneller einfällt, oder damit eine Eselsbrücke gebaut werden kann, weil Wörter Ähnlichkeiten haben). Wichtig dabei ist, dass Sie Wort für Wort übersetzen, also keine schöne, sinngemäße Übersetzung machen. Dennoch sollten Sie versuchen, die einzelnen Wörter im Zusammenhang des Satzes zu übersetzen à siehe Beispiel unten:

De-kodierung Fremdsprache in 6 Wochen

Unbekannte Wörter werden mithilfe von Wörterbüchern übersetzt. Wie das De-Kodieren funktioniert, erfährt ihr hier: Sprachen lernen ohne Sprachkurs. Alle aktiven Übungen sollten in 10-Minuten-Einheiten ausgeführt werden. Das ist gehirn-gerecht und sie haben mehr vom Lernen (Mehr zu 10-Minuten-Einheiten gibt’s hier)

 

Phase 2: Hören + Mitlesen

Dazu benutzt der Schüler das Hörmaterial zum Kurs (CD o.ä.). In 10-Minuten-Einheiten hört er den Sprechern zu und liest die De-Kodierung (siehe Phase 1) im Kopf (lautlos) mit.
Dadurch wird das mühsame Vokabelnpauken ersetzt und durch das Lernen im Satzzusammenhang auch die Grammatik intuitiv aufgenommen. Dieser Schritt ist enorm wichtig, um auch die Aussprache der Wörter zu kennen und verinnerlichen. Fehlt das aktive Zuhören der fremdsprachigen Wörter, mag der Schüler zwar die Bedeutung der Wörter kennen, aber diese in Konversationen nie erkennen oder anwenden können. Im schlimmsten Fall lernt er eine total falsche Aussprache oder einen Akzent ein – man denke an „although“, dass von den meisten falsch ausgesprochen wird…

 

Phase 3: Hintergrundhören

Der Schüler hört die selben Audio-Dateien wie in Phase 2 immer wieder an. Das geschieht nicht in 10-Minuten-Einheiten, sondern am besten den ganzen Tag (vor und nach der Schule) und in der Nacht. Die Lautstärke ist dabei so eingestellt, dass er die Sprecher versteht, aber so leise, dass andere Tätigkeiten ungestört ausgeführt werden können. Dadurch werden im Gehirn Nervenbahnen angelegt, die zum Sprechen der Fremdsprache benötigt werden.
Sind keine originalen Audio-Dateien vorhanden, so hilft auch Radio, TV oder fremdsprachige Hörbücher, die rund um die Uhr abgespielt werden. Das Zuhören fremder Quellen dient ausschließlich dem Perfektionieren der Aussprache!

 

Die beste Vorbereitung auf den Sprachenunterricht

Sobald der Schüler die in der Schule abgehandelten Lektionen aufgeholt hat, ist es ratsam ein bis zwei Lektionen im Voraus zu „entdecken“. Mit einer Vorbereitung ist der Schüler für den Unterricht gewappnet. Lektionen sollen also bereits vor der Behandlung in der Schule mit Phase 1 bis 3 erarbeitet werden. Bereits 10 Minuten täglich unterstützen den Schüler enorm!

Der Unterricht wird somit zur Übung – um Aussprache zu trainieren, Grammatik wirklich zu verstehen und umsetzen zu können – und macht Spaß und bringt Motivation zum Weitermachen und -lernen. Sparen Sie sich teure Nachhilfe!

 

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Über den Autor

Content Managerin und Bloggerin Katharina Leitner beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.leitner-marketing.at

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