• Sprachen lernen ohne Sprachkurs
Ist das überhaupt möglich? Viele suchen nach Alternativen zu klassischen Kursen, die auf dem Pauken von Vokabeln und stupidem Lernen von Grammatikregeln beruhen, denn die meisten von uns haben damit Misserfolge erlitten.

Zurück zur Einstiegsfrage: Ja es ist möglich, eine Sprache ohne Kurs zu erlernen, Die Antwort darauf ist die moderne Birkenbihl-Methode.

Wie war es denn früher, als Sie ein Kind waren… Haben Sie die Muttersprache mit Vokabellisten erlernt? Bestimmt nicht! Eher haben Sie intuitiv gelernt à durch Erleben und Entdecken – und zusätzlich hat es auch noch Spaß gemacht.

Neugierig geworden? Möchten Sie unter einfachen Bedingungen eine Fremdsprache erlernen oder verbessern? Möchten Sie spezifisches Fachvokabular für Ihren Job erlernen, oder eine exotische Sprache lernen, für die es einfach keine Sprachkurse gibt?

Heute stellen wir Ihnen die Lösung dieser Probleme vor:

Sprachenlernen mit originalen, individuellen Inhalten – nach der Birkenbihl-Methode.

 

Die Methode, die ich Ihnen hier vorstelle, funktioniert ausgesprochen gut, wenn Sie alleinstehend angewandt wird, kann aber auch in Kombination mit anderen Lernhilfen angewandt werden (Unterricht in der Schule, Lehrbücher, Computer-Sprachkurse etc.).

Das Wichtigste zuerst:

Nutzen Sie die Mechanismen Ihres Gehirns! –>Hier erfahren Sie mehr dazu.


 

Die Schritt-für-Schritt Anleitung  zum selbstständigen Sprachenlernen

Schritt 1: Verstehen lernen
Schritt 2: Sprechen lernen

 

Was ist Ihr Ziel?

Bevor Sie mit dem Sprachenlernen loslegen, ist es wichtig, dass Sie Ihre Lernzielebestimmen. Was möchten Sie bis wann erreichen? Möchten Sie die Sprache sprechen können, oder reicht Ihnen das Verstehen?

Die Vorkenntnisse selbst einzuschätzen ist für die Zielsetzung von Bedeutung. Nur dadurch können Sie sich realistische Ziele setzen und erkennen Ihre Lernfortschritte deutlich.

Anhand einer Selbsteinschätzung können Sie sich eine erste Orientierung schaffen.
Diesen Status-Quo und auch Ihre Ziele können Sie auch als „Wortschatz“ festlegen:

300 Wörter (unique words) gleicht der Stufe A1 des GERS (Europäischer Referenzrahmen).Damit können Sie einfachen Konversationen folgen und sich im Alltag verständigen. Das ist für Urlaube im Ausland ein optimaler Anfang..
600 Wörter (unique words) Gleicht der Stufe A2 des GERS.Das ist der Grundwortschatz der meisten Sprachen. Viele Tageszeitungen kommen mit einem Wortschatz von 500-600 unique words aus. Somit verstehen Sie das meiste an Tageskommunikation einer Sprache.Bei der Reifeprüfung in Deutschland/Österreich/Schweiz wird generell ein Wortschatz von 600-800 unique words erwartet.
1000 Wörter (unique words) Gleicht der Stufe B2 des GERS.Damit kommen 90% aller Texte aus. Sie verstehen also weit mehr als die alltägliche Konversation. Die restlichen 10% sind Wörter aus der Literatur oder anderer Wortkünste und Fachvokabular aus allen Fachbereichen, die viele Menschen in der eigenen Muttersprache nicht beherrschen.

 

Was benötigen Sie zum Lernen?

Alles, was Sie zum Lernen einer Sprache benötigen ist ein Text in der Fremdsprache, die Sie lernen möchten. Dadurch lernen Sie die Sprache und ggf. die Fachbegriffe des Textes zu verstehen. Wer Fachvokabular für den Job aufbauen möchte, wählt einen Text aus dem Fachgebiet – z.B. eines Magazins.

Wer auch seine Aussprache perfektionieren möchte, benötigt zusätzlich eine Audioaufnahme des Textes, der von einem Muttersprachler gesprochen wird. Da empfehlen wir mit Hörbüchern zu lernen.

Suchen Sie einen Text in der Fremdsprache aus, den Sie auch auf Deutsch gerne lesen würden. Wenn Sie das Thema des Textes interessiert, werden Sie ihn auch verstehen wollen – und das de-kodieren geht einfacher und schneller.

〉〉 Wo finden Sie Texte?

Lieder bieten sich hervorragend zum Lernen an – die Lyrics sind eher kurz und Sie haben immer die Audio-Aufnahme dazu, um reinzuhören und x-Mal mitzusingen. Dabei kann es auch kniffelig werden wenn die Texte stark literarisch aufgebaut sind. Zum Beispiel: Shakira – She Wolf (im spanischen Originaltext), oder Beatles – Let it Be. Wissen Sie, was diese Titel wirklich bedeuten? Wenn ja, dann schreiben Sie mir einen Kommentar.  Wenn Sie mit Musik Ihr Englisch verbessern möchten, dann eignen sich besonders Lieder aus dem Genre Country.

Auch Geschichten bzw. Romane als Hörbücher und Texte aus Textbüchern aus dem Unterricht eignen sich gut.
Für Fachausdrücke eignen sich Publikationen in Fachmagazinen oder Berichte/Beiträge in Blogs wie TED, hervorragend.

Audio-Aufnahmen sind wichtig wenn Sie mit dem Sprechen beginnen möchten. Das können Sie parallel zum VERSTEHEN lernen (De-Kodierung) von Anfang an nutzen. Audio-Aufnahmen sind wichtig, damit Sie die Aussprache der einzelnen Wörter von vornherein richtig hören. Wenn Sie versuchen, das Wort auszusprechen, ohne dass Sie es zuvor gehört haben, eigenen Sie sich meist falsche Aussprachen an à z.B. „although“ (engl.) ≠ [altaff]

 

Schritt 1: Das VERSTEHEN

 

In diesem Video erklärt Vera F. Birkenbihl das De-Kodieren in 60 Sekunden.

Das Verstehen lernen Sie durch das De-Kodieren.

Was bedeutet DE-KODIEREN?

De-Kodieren bedeutet „entschlüsseln“. Die fremde Sprache wird dabei so zerlegt, dass man die Einzelteile und damit auch den Zusammenhang der Worte versteht.

 

Wie gehen Sie beim De-Kodieren vor?

Schreiben Sie ca. 2 bis 3 Sätze des fremdsprachigen Textes auf ein Blatt Papier. Am besten dazu geeignet ist ein A3-Blatt. Darauf haben Sie genügend Platz für Anmerkungen, Zeichnungen und alles, was Ihnen das Merken erleichtert.

Lassen Sie unbedingt genug Abstand zwischen den Zeilen – damit noch eine Zeile dazwischen Platz hat. Schauen Sie sich die einzelnen Wörter nun an. Kennen Sie die Bedeutung einiger Wörter schon? Dann schreiben Sie die WÖRTLICHE ÜBERSETZUNG deren unter das fremdsprachige Wort. Wenn Sie möchten, können Sie auch Zeichnungen anstatt Wörter verwenden, oder gar eine andere Sprache (wenn Ihnen das schneller einfällt, oder Sie damit eine Eselsbrücke bauen können, weil Wörter Ähnlichkeiten haben). Wichtig dabei ist, dass Sie Wort für Wort übersetzen, also keine schöne, sinngemäße Übersetzung machen. Dennoch sollten Sie versuchen, die einzelnen Wörter im Zusammenhang des Satzes zu übersetzen à siehe Beispiel unten.

Hier ein Beispiel einer strikten Wort-für-Wort Übersetzung:

De-kodierung Fremdsprache in 6 Wochen

Durch die Anpassung der Endungen und Fälle erleichtern wir unserem Gehirn das Abstrahieren der Grammatikregeln der Fremdsprache. Für Einsteiger sind diese Anpassungen zu Beginn meist nicht möglich. Das macht nichts! Mit der Zeit werden Sie die Wörter im Zusammenhang de-kodieren können und vor allem ohne nachzudenken richtig anwenden!

Im nächsten Schritt schlagen Sie Wörter nach, die Ihnen noch unbekannt sind. Nehmen Sie Wörterbücher, das Internet etc. zur Hilfe.

Mit dieser Art der Übersetzung merken Sie sich die fremdsprachigen Vokabeln ohne lästiges Vokabellernen. Nicht nur einzelne Wörter werden gelernt, sondern ganze Sätze – und das von Beginn an. Also ganzheitlich.

〉〉 In der Vertikalen (von oben nach unten) erlernen Sie die Bedeutung der Wörter. Damit ersparen Sie sich das langweilige Vokabelpauken.

〉〉 In der Horizontalen, wenn Sie den ganzen Satz von links nach rechts lesen, lernen Sie den Aufbau der fremden Sprache kennen.

Die deutsche Übersetzung ist durch die wörtliche Übersetzung nicht mehr grammatikalisch korrekt, sondern entspricht der Grammatik der Fremdsprache die Sie lernen möchten. Aber das Gehirn kann dadurch ganz einfach die Grammatik der Fremdsprache ableiten. Somit ersparen Sie sich auch lästiges Auswendiglernen von Grammatikregeln! Dieser Vorgang nennt sich „Abstraktionsfähigkeit“ und ist einer der Anfangs erwähnten Neuromechanismen. Das Ergebnis: Grammatik lernen wird an das Gehirn delegiert. Mehr zu Neuromechanismen erfahren Sie hier.

gehirn-gerecht

TIPP: Lernen Sie in 10-Minuten-Einheiten (Intervalltechnik).

Nutzen Sie die „Konstruktion“ Ihres Gehirns! Dieses lernt nach jeder Aufnahmephase (auch bei anderen Inhalten und Themen) etwa 7 Minuten weiter, obwohl – oder gerade weil – Sie sich schon auf ganz andere Dinge konzentrieren. Daher ist es sinnvoll, das Lernen in Lerneinheiten von jeweils 10 Minuten einzuteilen. Damit beschleunigen Sie die Lerngeschwindigkeit und verkürzen die Dauer, bis Sie Ihr gewünschtes Ziel erreicht haben – vor allem im Vergleich zum herkömmlichen Vokabelpauken! Mehr zur 10-Minuten-Technik erfahren Sie hier.

 

Schritt 2: SPRECHEN lernen

Diese Lernphase erfolgt nebenbei, egal was immer Sie auch tun und Sie können gleich am Anfang Ihres Lernprozesses damit beginnen, oder später wenn Sie schon mehr von der Sprache verstehen.

Das Sprechen kommt von ganz alleine.

Glauben Sie, dass Sie nach einem Jahr in Amerika sehr gut Englisch sprechen können? Ja klar. Zu Hause erlernen Sie das auch sehr einfach.

 

Wie geht das „Sprechen lernen“?

Ihr Unterbewusstsein erledigt die Arbeit, während Sie den Tag ganz normal verbringen à sogar auch in der Nacht, oder wenn Sie schlafen.

sprechen_lernen

Hören Sie den Inhalt der Texte leise im Hintergrund – am besten Tag und Nacht. Sie können den Text zum Beispiel anhören währenddessen Sie frühstückten, Auto fahren, kochen, Fernsehen oder Radio hören oder die Zeitung lesen. Kein Zeitaufwand also!

Sie werden von der Fremdsprache so ständig umgeben – wie bei einem Auslandsaufenthalt.

Im Gehirn werden dabei jene Nervenbahnen angelegt, die Sie zum Sprechen der Sprache benötigen. Immerhin klingt jede Sprache anders – neue Laute müssen also erst verinnerlicht werden, damit man Sie auch selbst perfekt wiedergeben kann. Das dauert ein wenig.

Nach sechs bis zehn Tagen des Passiven Hörens werden Sie für das Sprechen der Fremdsprache bereit sein – und Sie werden einfach drauf los plaudern.


ZUSAMMENFASSUNG

Um eine neue Sprache zu lernen, oder bestimmtes Fachvokabular aufzubauen, benötigen Sie also nicht unbedingt einen Sprachkurs. Alles, was Sie zum Lernen brauchen ist ein interessanter Text und min. 10 Minuten Zeit am Tag. Je öfter Sie die 10-minütigen Übungen wiederholen, um so schneller kommen Sie voran!

Hinweise:

Wie Sie sich und andere am besten zum Lernen motivieren, erfahren Sie in diesem Artikel: Motivation für Neues? So macht Lernen wieder Spaß!

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Haben Sie nun Gusto auf eine Fremdsprache bekommen? Dann starten Sie noch heute!

Bevorzugen Sie doch den Komfort eines Sprachkurses? Dann probieren Sie einfach die Linguajet Sprachkurse. Dieses Lernprogramm ist wie ein Karaoke-Player aufgebaut, indem die gesprochenen Wortpaare wie beim Karaoke aufleuchten und die gelernten Wörter mitgezählt werden. Die Sprechgeschwindigkeit lässt sich ganz einfach regeln.

 

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Über den Autor

Content Managerin und Bloggerin Katharina Leitner beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.leitner-marketing.at

2 Kommentare

  • Roland

    Wissen Sie, was diese Titel wirklich bedeuten?

    Shakira – She Wolf (im spanischen Originaltext „la loba“) bedeutet in beiden Sprachen: Wölfin

    Beatles – Let it Be bedeutet „lass es geschehen“. Ist ein Spruch der verstorbenen Mutter Mary von Paul McCartney die ihm Nachts im Traum erschienen ist als er sehr schwere Probleme hatte.

  • okan

    Hallo,

    Ich wurde mich über eine App fur android smartphone interessieren. Lernen mochte englisch und chinesisch.
    Wird es bald eine App geben und was würde dies kosten?

    Lg aus istanbul

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