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„CD einlegen, Ohren spitzen und schon lernen Sie Englisch“, diese und ähnliche Versprechen wecken die Hoffnung in uns, ohne jeglichen Aufwand eine Fremdsprache erlernen zu können. Doch funktioniert das wirklich?

 

Mythos 1: Durch fremdsprachige Audio-CDs lerne ich eine Sprache.

Audio-CDs Sprachen lernenWenn Sie die fremdsprachigen Texte auf einer CD – oder auch im Radio etc. – nicht verstehen, lernen Sie dadurch nicht! Lediglich die Sprachmelodie und der Sprachrhythmus werden Ihnen allmählich geläufiger. Dadurch Wörter und Sätze oder den Satzaufbau zu erlernen, ist nicht möglich. Sie können den Inhalt des Textes nicht erfassen – oder bestenfalls nur, soweit Ihre Vorkenntnisse reichen!

Das Hören von fremdsprachigem Audiomaterial macht erst dann Sinn, wenn Sie den Text bereits verstehen!

Das können Sie mit herkömmlichem mühevollem Pauken von Vokabeln erreichen oderdurch das „Aktiv Hören“. Dabei lernen Sie mittels der De-Kodierung der Birkenbihl-Methode, einen Text zu verstehen. Erst wenn man den Text begreift, macht das „Passiv Hören“ – also das Nebenbei-Hören – einen Sinn. Wenn man einen Text, den man schon kennt und versteht, immer wieder anhört, legt das Gehirn die benötigten Nervenbahnen an, damit man den Text danach selbst perfekt sprechen kann. Das Unterbewusstsein arbeitet also für uns – es verarbeitet das bereits Gelernte. Am besten beweisen das Kinder, die ihre Muttersprache von der Umwelt und Umgebung intuitiv aufnehmen.

Vorsicht: Nur Vorhandenes kann verarbeitet werden! Das heißt also, wenn Sie den Text Ihres Hörbuches schon verstehen, lernen Sie durch das „Passiv Hören“ das Sprechen.

Einfach englischsprachigen Input über den Tag verteilt hören, um so etwa Ihr Englisch zu perfektionieren, macht nur mit gewissen Vorkenntnissen Sinn. Dinge, die Sie bereits begreifen, werden auch in anderen Texten wiedererkannt und verarbeitet. Wenn Sie jedoch in einem Satz von beispielsweise 13 Wörtern nur zwei Wörter verstehen, kann das Gehirn beim „Passiv Hören“ nur einzelne Wörter erkennen und damit keinen Zusammenhang feststellen!

Der Mythos stimmt also nicht. Durch rein fremdsprachige Audio-CDs können Sie keine Fremdsprache erlernen!

 

Mythos 2: Durch Audio-CDs mit übersetzten Vokabeln lerne ich eine Sprache.

Audio-CDs Sprachen lernenAuch ich habe mir einmal eine Audio-CD zum Italienisch lernen gekauft. Beim Autofahren habe ich sie mir ein paar Mal angehört: „studiare – lernen, dietro – hinter, come – wie, che – welche ….“. Doch diese Audio-CD hatte viele Nachteile. Vor allem war es wirklich langweilig, ausschließlich Vokabeln zu hören. Ein paar italienische Sätze, in denen die Vokabeln vorgekommen sind, waren zwar auch auf der CD, doch ohne Übersetzung. Diese Sätze habe ich als blutiger Anfänger natürlich nicht verstanden und somit habe ich nie gelernt, wie man die Vokabeln anwendet. Nach etwa fünf Mal anhören hab ich es aufgegeben.

Egal ob mit Audio-CDs oder schriftlichen Vokabellisten: Vokabeln pauken bringt nichts!

Durch das Pauken erhalten Sie isolierte Daten, die Ihr Gehirn nicht speichern kann. Sie können sie nicht einmal wahrnehmen. Vokabeln sind genau solche isolierten Daten. Durch das Vokabelpauken entstehen in unserem Gehirn Verbindungen, die eigentlich gar nicht existieren. So legen wir etwa „Tischtable“ oder „Messerknife“ ab, mit der Folge, dass wir uns nie wirklich von der Muttersprache lösen können.

Außerdem gibt es keine 1:1-Übersetzungen. Vielmehr gibt es für ein Wort oftmals mehrere Übersetzungen, wie etwa „Liberty“ oder „Freedom“ für das Wort Freiheit.

Auch dieser Mythos stimmt also nicht. Durch ausschließliches Hören von Vokabeln auf Audio-CDs erlernen Sie keine Fremdsprache!

 

Die Lösung: mit De-Kodierungen lernen anstatt Vokabeln zu pauken!

Im Gegensatz zum Vokabelpauken ist das De-Kodieren eine „Brücke“, die wir nur solange nutzen, bis wir jedes Wort verstehen. Dann brauchen wir die Muttersprache nicht mehr. Im Computerprogramm von Birkenbihl-Sprachen wird dies gut visualisiert: Verstandene Wörter der Muttersprache können Sie per Mausklick einfach ausblenden.

Beim De-Kodieren geht es darum, die Fremdsprache so genau wie möglich Wort für Wort in die eigene Muttersprache zu übersetzen – aber immer sinngemäß in Bezug auf die Aussage des Satzes. Danach hören Sie die Fremdsprache an und lesen gleichzeitig die De-Kodierung mit. Dadurch werden Sie schnell mit der Sprache vertraut: Sie lernen die Bedeutung der Wörter und gleichzeitig die Grammatik der Fremdsprache. Das wiederholen Sie so lange, bis Sie das Gefühl haben, den Fremdsprachentext gut zu verstehen. Danach gehen Sie zum nächsten Schritt: „Passiv Hören“. Jetzt können Sie Audio-CDs hören, die Sie auf das Sprechen der Sprache vorbereiten.

Mehr Informationen zum De-Kodieren hier: Sprachenlernen nach der Birkenbihl-Methode

 

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Über den Autor

Content Managerin und Bloggerin Katharina Leitner beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.leitner-marketing.at

2 Kommentare

  • Conan Elvitaro

    hallo,

    ich habe auch nach Jahren mit der Birkenbihl-Methode noch nicht raus, wann ich bereit bin für die nächste Lektion.

    Was ist besser:

    Immer und immer wieder über 1 – 2 Wochen nur mit EINER Lektion (ca. 3 – 9 Minuten) zu arbeiten, also pro Tag 1x aktiv und 3x passiv hören?
    Oder mehr Spaß am Text zu haben, jeden Tag eine neue Lektion, dadurch natürlich relativ viel den deutschen Text lesen, ohne viel Konzentration? (Würde ich ebenfalls 1x aktiv und 3x passiv pro Tag machen, nur immer mit einer neuen Lektion.)

    Das Prinzip, das auch über die Birkenbihl-Methode hinaus gilt, nämlich zu lernen, indem man etwas in der Fremdsprache hört und auch versteht, wäre ja in beiden Fällen gegeben.

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