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Kinder und Jugendliche verbringen den Großteil ihrer Zeit in der Schule. Für Hobbys, Freunde und Freizeit bleibt kaum mehr Zeit und Muße. Sie sind ständig dem hohen Leistungsdruck ausgesetzt und können diesem kaum standhalten. Dieses Problem entwickelt sich zu einer globalen Krise. China weist beispielsweise schon seit Jahren die höchste Selbstmordrate auf. Man kann dies unter Anderem auf den Leistungsdruck zurückführen.

Sollte die Schulzeit nicht eigentlich die schönste Zeit im Leben sein? Früher war es so, doch das hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert.

 

Den jungen Menschen wird jede Kreativität genommen.

Das Leben wird uns heutzutage vorgegeben und vorgelebt. Wir alle – vom Kleinkind bis zum Erwachsenen – lernen durch Nachahmung -. Dieses Phänomen beginnt schon sehr früh, meist im Kindergarten oder in der Obhut von Tagesmüttern. Wir wollen unsere Kinder gut behütet wissen, doch sind sie das wirklich? Kinder bekommen eine Aufgabe, wie zum Beispiel das Basteln einer Laterne, müssen diese aber nach der Vorlage der Erwachsenen gestalten, ohne eigene Ideen einfließen zu lassen. Wo bleibt da Raum für eigene Ideen?

Auf diesem Weg geht es weiter bis zur Matura bzw. Abitur oder der Lehrabschlussprüfung.,enau genommen sogar bis ans Lebensende. Die Neugierde Neues zu erlernen sowie die Freude am Lernen wird zerstört,  stattdessen  entsteht Demotivation.

In Tests oder Prüfungen gibt es nur ein richtiges Ergebnis, ein alternativer Lösungsweg wird nicht akzeptiert. Feststehende Annahmen werden nicht mehr kritisch hinterfragt und damit verringert sich die Chance, tragfähige Lösungsansätze für die eingangs erwähnte globale Krise zufinden . Aktuell werden an Schulen immer die gleichen Kenntnisse und Fähigkeiten gefördert und keine individuellen Stärken und Persönlichkeiten ausgebildet.

Jedoch sind wir auf die Vielfalt an Ideen angewiesen und auf Menschen, die in ihren Bereichen begabt sind und die Neugierde besitzen, sich mit dieser Materie auseinanderzusetzen.

Heutzutage kommen junge Menschen aus den Schulen und haben ein relativ großes Wissen, doch können eigentlich alle „nur“ dasselbe. Es ist wichtiger, den Lernstoff zu beherrschen, als Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Doch die Wirtschaft braucht und sucht viele BewerberInnen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten. Diese werden aber an Schulen nicht richtig gefördert und gehen unter.

 

„Bei der Geburt sind 98 Prozent  der Menschen hochbegabt. Nach der Schulzeit sind es nur noch zwei Prozent.“

Diese Aussage aus dem neuen Film „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer, lies mich erschrecken. Daran sieht man, was das Bildungssystem aus unseren Jugendlichen und Kindern macht. Es lässt sie verkümmern. Jedes Kind wird als Genie geboren und hat Talent. Man muss dieses nur erkennen und richtig fördern – oder zumindest nicht zerstören.

 

Erwin Wagenhofer beschäftigt sich in seinen Filmen mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen. Er ist mit seinen letzten beiden Filmen „We feed the World“ und „Let´s make Money“ bekannt geworden. „Alphabet“ ist der abschließende Teil seiner Trilogie. Diesmal setzt er den Fokus auf Bildung und Schulen. Dabei nimmt er keine wertende Perspektive ein, sondern beleuchtet bestehende Strukturen und die ihnen zugrunde liegende Idee von Bildung.

Der Protagonist André Stern ist Freibildungsexperte. Mit seinem Buch „…und ich war nie in der Schule“ sorgte 2009 für reges Medien- und Gesellschaftsinteresse. Er ist Musiker, Komponist, Gitarrenbaumeister, Journalist und Autor. André Stern engagiert sich international für eine zukunftsorientierte Bildungslandschaft. Ferner leitet André Stern das „Institut Arno Stern, Labor zur Beobachtung und Erhaltung der spontanen Veranlagungen des Kindes” und initiierte die Bewegung „Ökologie des Lernens”.

Wie wächst ein Kind unter traditionellen Bedingungen auf? Wie kann sich ein Kind unter den von der Hirnforschung behaupteten Voraussetzungen entwickeln? Kann man auch unter Leistungsdruck lebenslang lernen? Darüber gibt es keine Langzeitstudien. Jedoch bietet André Sterns Geschichte Antworten auf diese Fragen. André Stern war nie in der Schule und hatte eine sehr glückliche Kindheit. Es gibt also auch „Alternativen!

 

André Sterns Erfahrungen und Erwin Wagenhofers Film „Alphabet“ schaffen mehr Vertrauen in die native Neugier und Begeisterungsfähigkeit von Kindern.

alphabet - überfordern wir unsere Kinder?Ich kann diesen Film nur weiterempfehlen!
Nadine Herk

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Über den Autor

Content Managerin und Bloggerin Katharina Leitner beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.leitner-marketing.at

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