Leise im Hintergrund spielt „Die Kleine Nachtmusik“. Auch wenn Mozarts Stücke heutzutage wohl nicht alle ZuhörerInnen erfreuen, schreiben Forscher ihnen gerne eine besondere Bedeutung zu: Die Klänge sollen die Denkfähigkeit der Menschen fördern. Sogar von einem „Mozart-Effekt“ ist die Rede.

 

Wieso hören wir Musik?

Nach dem Sehen ist das Hören die zweitwichtigste Sinneswahrnehmung des Menschen. Bereits im Mutterleib erfassen unsere Ohren Geräusche und lernen die Stimme unserer Mutter von der anderer Menschen zu unterscheiden. Die meisten Zweijährigen bewegen sich intuitiv zu Musik. Das ist ein Zeichen dafür, dass nicht nur das Gehör sondern der ganze Körper auf Klänge reagiert.

Man geht davon aus, dass Musik schon immer ein Teil der menschlichen Kultur war und dass das Interesse an Musik tief in uns liegt. Allerdings ist noch nicht gänzlich erforscht, wo und wie das Gehirn Musik verarbeitet und warum Musik einen so großen Einfluss auf unsere Emotionen und unseren Körper haben kann. Aktives Musikverstehen ist den „Musikalischen“ zugeschrieben, aber das Gefühlserleben von Musik ist in jedem von uns tief verwurzelt.
Forschern zufolge haben Menschen nicht nur einen Sprachinstinkt, sondern auch einen Musikinstinkt.

Bestimmte Hirnregionen sprechen auf die einzelnen Komponenten von Klängen und Musikstücken an. Das Gehirn scheint darauf ausgerichtet zu sein, sich mit Melodien, Rhythmen und Klängen zu befassen.

 

Macht Musikhören schlau? Musik und Kognition

Unzählige musikpsychologische Studien beschäftigen sich mit den Effekten der Musik auf
kognitive Fähigkeiten, das heißt auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Forscher haben herausgefunden, dass sich durch Beschäftigung mit Tönen und Melodien das Gehirn besser entwickelt. Amerikanische Forscher stellten fest, dass bereits das Hören von Musik Intelligenz und Ausdrucksfähigkeit anregt. Ihrer Untersuchung lag allerdings ein Stück von Mozart zugrunde – ob Techno oder Heavy Metal genauso wirken, ist noch nicht bewiesen.

ipod1993 veröffentlichten Gordon Shaw und Frances Rauscher in der Fachzeitschrift „Nature“ eine Studie, eine der Denkaufgaben für eine Gruppe von StudentInnen der University of California in Irvine lautete folgendermaßen: Wenn man in ein zusammengefaltetes Stück Papier bestimmte Formen schneidet und das Blatt hinterher wieder auffaltet, welches Muster hat das so entstandene Papierdeckchen? Die Aufgabenstellung war Teil eines herkömmlichen IQ-Tests: Sie sollte die Fähigkeit der ProbandInnen zum räumlichen Denken offenbaren.

Beim Wiederholen der Aufgabe wurden die Testbedingungen variiert: Einer Gruppe der StudentInnen spielte man vorher zehn Minuten lang Mozarts D-Dur-Sonate für zwei Klaviere vor; eine zweite Gruppe wurde keine Musik vorgespielt, und eine dritte Gruppe bekam mehrere Musikrichtungen zu hören, darunter „Minimal Music“ Stücke von Philip Glass.

Das erstaunliche Ergebnis: Die Gruppe, die verschiedene Klänge gehört hatte, verbesserte ihre Leistung um 11% und die „stille“ Gruppe um 14%; die Mozart-HörerInnen aber verbesserten sich um 62%. Daraus schließt man, dass sich beim Hören „angenehmer“ Musik die Leistung des Gehirns steigern kann. WissenschaftlerInnen sprechen vom „Mozart-Effekt“. Man nimmt an, dass dieser Effekt nicht nur bei Klassik, sondern durchaus auch bei Heavy Metal und anderen Musikrichtungen auftreten kann. Hauptsache, für die ZuhörerInnen sind die Klänge angenehm.

 

Beschäftigen Sie sich mit Musik – es lohnt sich!

Auch eine Studie des Pädagogen Hans Günther Bastian belegte, dass musikalische Bildung den Menschen „bessert“. Von 1992 bis 1998 hat er zwei Schülergruppen in Berlin beobachtet. Die SchülerInnen in der einen Gruppe lernten ein Instrument, die anderen nicht. Am Ende schnitten die musikalisch geförderten Kinder nicht nur in Intelligenztests besser ab, sondern waren auch sozial kompetenter und friedliebender, sowie motivierter beim Erlernen von neuen Dingen. Zusätzlich ist auch bewiesen, dass beim Notenlernen abstraktes und räumliches Denken gefördert wird.

Die heutige Forschung geht davon aus, dass eine musikalische Früherziehung die Anzahl der am Musikempfinden beteiligten Nervenzellen wachsen lässt und somit die Entwicklung eines Kindes fördert.

SONY DSC

  

Musik verändert unser Klang- und Sprachverständnis

Musik kann die Leistung des Gehirns schon nach kurzer Übungszeit langfristig erhöhen. Menschen, die ein paar Jahre ein Instrument lernen, können Töne und Sprache gezielter verarbeiten. So fällt es ihnen etwa leichter, Gesprächen in lauter Umgebung zu folgen und minimale sprachliche Unterschiede (wie Betonungen oder Sprachmelodien) zu erkennen, berichten ForscherInnen im „Journal of Neuroscience“.

 

Zahlreiche Studien belegen also, dass ein durch Musik trainierter Hirnstramm die Auffassungsgabe und Kommunikationsfähigkeit verbessert. Schon temporärer Musikunterricht kann das Zuhören und Lernen dauerhaft erleichtern.

 

Bitte liken & teilen:

Über den Autor

Content Managerin und Bloggerin Katharina Leitner beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.leitner-marketing.at

2 Kommentare

  • Senta

    Ich finde das Thema Musizieren sehr spannend. Viele Eltern unterschätzen leider die Wirkung von Musik und fördern nicht ihre Kinder in dieser Richtung. Dabei gibt es heutzutage unzählige Angebote im Bereich musikalischer Erziehung. Es muss ja auch nicht immer ein Instrument sein. Schon allein das Singen fördert die kognitive Entwicklung des Kindes.
    Wenn aber doch der Bedarf besteht, ein Instrument zu erlernen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die auch kostengünstig sind. Gebrauchte Instrumente erfüllen genauso ihren Zweck wie neue. Hierzu bietet bspw. Fasch (ein Produzent von Instrumenten) Blasinstrumente zu kleinen Preisen an. Man findet sowohl Anfängerinstrumente als auch tolle Trompeten für Profis. Ich wünsche mir, dass wieder mehr musiziert wird. Auch in den Schulen und der Familie vor allem.

    BG Senta

Hinterlassen Sie einen Kommentar