Können Sie sich ein Leben ohne Farben vorstellen? Nein, werden Sie bestimmt sagen, denn das Leben ist voller Farbe! Schon vor 30.000 Jahren haben wir Menschen Farben aus Naturstoffen gewonnen und diese verwendet. Farben wurden schon früher nicht willkürlich, sondern bewusst für bestimmte Zwecke eingesetzt. Das ist bis heute so geblieben.

Farben, die man aus Naturstoffen reichlich und einfach herstellen konnte, wurden als unwichtiger angesehen als Farben, die einen komplizierteren Herstellungsprozess verlangten. Weil ein Mangel an der Farbe Rot bestand, war diese im alten Ägypten den Pharaonen vorbehalten. Heute noch gilt Rot, vor allem im asiatischen Raum, als edel und königlich. Zum Beispiel in China verwendet man die Farbe Rot bei Feierlichkeiten, da sie Glück und Reichtum darstellt.

Farben sind also Bedeutungsträger. Doch was bedeutet das für unser Leben?

 

Farben erzeugen Assoziationen und übertragen Symbolik

Durch menschliche Ureindrücke und kulturelle Überlieferungen verbinden wir Farben mit Bedeutungen. Kulturelle Assoziationen werden von Generation zu Generation übertragen und können sich über die Zeit verändern. Ureindrücke, hingegen, sind allgegenwärtig und gleichbleibend. So verbinden wir mit der Farbe Rot etwa die Urerfahrungen Blut und Feuer. Wann immer wir „rot sehen“, ist Gefahr im Verzug. Die rote Ampel signalisiert Halt, das rote Stoppschild Wachsamkeit und Gefahr.

Auf der anderen Seite signalisiert Rot aber auch Mut, Kraft und Liebe. Dementsprechend trägt die Garde bis heute rote Barette.

 

Was verbinden Sie mit einem Rotstift?

Farben können auch persönliche Assoziationen hervorrufen. Folglich schrecken viele Menschen vor roten Stiften zurück, da diese schlechte Erinnerungen an die Schule hervorrufen. Die meisten LehrerInnen korrigieren Schularbeiten auch heute mit einem Rotstift. Kann man schlechte Erinnerungen mit guten ersetzen? In einem Blog habe ich kürzlich gelesen, dass es hilft, wenn man den roten Stift mit etwas anderem in Verbindung bringt. Um die schlechten Erinnerungen mit guten zu überdecken, könnten Sie mit einem roten Stift einen Liebesbrief an Ihren Partner schreiben. Schon haben Sie neue Erinnerungen, welche die alten langsam verschwinden lassen können.

 

Farbe bringt Durchsicht und Übersicht!

Vera F. Birkenbihl sprach in ihrem Seminar „Gehirn-gerecht trainieren“ von der inneren Bedeutung von Farben. Sie verwendete Farben zur Orientierung und Ordnung. Wenn Sie ein KaWa, eine Wortassoziation, wie sie im ersten unteren Bild zu sehen ist, aufschrieb, benutzte Sie für die einzelnen Buchstaben und die dazugehörigen Assoziationen dieselbe Farbe. Das ermöglichte eine leichte Orientierung.

Bild und Dateien stehen auf EduDip, der Online-Seminar-Plattform, als Download bereit!

Emil Brunner verwendet bei seinem ABC-Technik Workshop ein KaWa. Hier wird unterschieden zwischen „Fähigkeiten“, „Wissen“, „Ergebnissen“ und „Anwendungsmöglichkeiten“. Anhand der Farben nimmt Ihr Unterbewusstsein automatisch die Art des Inhalts war, damit ist der/die TeilnehmerIn später in der Lage, Erlerntes intuitiv anzuwenden. Näheres finden Sie hier und in den Online-Seminaren mit Emil Brunner.

Beim Sprachenlernen, vor allem wenn die Birkenbihl-Methode im Unterricht angewendet wird oder wenn Sie sich spezielle Fachwörter aneignen möchten, ist die Arbeit mit Farben besonders wirkungsvoll!
Dadurch können Sie in vielen Lernsituation profitieren:

  • Unbekannte fremdsprachige Wörter markieren
  • Wörter mit ähnlicher Bedeutung markieren
  • Wörter, die Sie sich einfach nicht merken können, in Signalfarben markieren
  • Verbindungen darstellen, wie bei Assoziationen (siehe KaWa Bild unten) etc.

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Bild: Vera F. Birkenbihl verwendet bei Wortassoziationen Farben, um die Übersicht zu behalten

 

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Bild: Brikenbihl-Methode AKTIV HÖREN: Noch unbekannte Wörter werden mit einem Marker markiert.

 

Rot, Gelb, Blau, Grün… Welche Farben sollen Sie verwenden?

Farben ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und transportieren Bedeutungen. Farben lösen beim Betrachter Gefühle und Assoziationen aus und führen zu unbewussten Reaktionen. So hat jede Farbe ihre ganz eigene Geschichte. In dieser Liste habe ich für Sie die gebräuchlichen Farbwirkungen zusammengefasst. Nach Goehte lassen sich Farben in bestimmte Bedeutungen und Wirkungen einteilen:

 

Farbe Wirkung
Rot aktivierend, belebend, steigert Selbstwertgefühl, regt an; kann bei hoher Nervosität und Reizbarkeit aber auch Unruhe steigern!
Orange leistungssteigernd, fördert Freude und Genuss, weckt Arbeitsfreude, regt Appetit an
Gelb nervenstärkend, fördert Intelligenz und Konzentration, unterstützt geistige Tätigkeiten, bringt Sonne ins Gemüt, steigert Lustgefühle
Grün harmonisiert und beruhigt, erholsam, stärkt die Sinne
Blau löst Spannungen, bringt träumerische Stimmung und Frieden, fördert Kommunikation; kann bei Müdigkeit das Gefühl der Kraftlosigkeit stärken
Violett Fördert innere Ruhe, Ausgeglichenheit und Mitgefühl, inspiriert und regt den Geist an
Rosa beruhigend, besänftigend, erfrischend, baut Aggressionen ab
Braun bewahrt die eigene Natürlichkeit, wirkt „erdend“
Türkis stärkt Offenheit
Weiß klärend, verschafft Klarheit

Farben wirken Wunder! Setzen Sie diese Kraft auch im Lernalltag ein!

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Über den Autor

Content Managerin und Bloggerin Katharina Leitner beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.leitner-marketing.at

2 Kommentare

  • Michael Schmitz

    Hi,
    ich bin auf der Suche nach wissenschaftlichen Quellen zu diesem Thema. Hätten Sie da ne Inspiration für mich? Frau Bbihl hat in ihren Vorträgen immer einige Quellen genannt, die durchaus inspirierend waren.

    Würde mich freuen.
    Michael Schmitz

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