Aus Erfahrung wissen wir, dass Menschen verschieden im Bezug auf Lernmethoden reagieren. Manche probieren das Gelernte gerne selbst aus; manche schreiben Zusammenfassungen; andere merken sich den Stoff am liebsten bildlich. Die Merkfähigkeit ist bei jedem Menschen anders. Deshalb merken sich manche Menschen leicht Zahlen, andere Bilder, andere merken sich das Gesicht aber nicht den Namen, wieder andere verfügen über ein Spezialgedächtnis für z.B. Jahreszahlen oder Gedichte.

Aus diesen Präferenzen und Merkfähigkeiten ergeben sich verschiedene Lerntypen. Es gibt verschiedene Einteilungen der Lerntypen, doch die häufigste ist die Einordnung in:

  • Visuell-Räumlich
  • Musisch-Akustisch
  • Linguistisch-Verbal
  • Physisch-Kinästhetisch
  • Logisch-Mathematisch
  • Interpersonal-Sozial
  • Intrapersonal-Solitär

Beschreibungen der einzelnen Methoden finden Sie in diesem Artikel. Wissenschaftler stellen einander widersprechende Theorien auf. Doch eines haben diese Theorien gemeinsam: Die Empfehlung, beim Lernen möglichst alle Sinne miteinzubeziehen.

 

Wozu dann überhaupt die Einteilungen in Lerntypen?

Auch wenn in der Praxis die meisten Menschen Misch-Typen sind, sprechen sie auf einige Lernmethoden besser an, als auf andere. Das Wissen um die Einteilung in Lerntypen hilft Ihnen, Ihren individuellen, optimalen Lernstil zu finden.

Nehmen Sie an unserm neuen 3-Minuten Quiz teil und finden Sie heraus, welche Übungen Ihnen beim Sprachenlernen am besten helfen! Hier geht´s zum Quiz.

 

Die verschiedenen Wege zum (Lern)Ziel

1.     Der visuell-räumliche (Lern)typ

Ihr Motto ist: Das, was du siehst, bekommst du auch.

Mit der Kraft des Visuellen, fällt Ihnen das Lernen leichter. Deshalb empfehlen sich KaGas – Kreative Analograffiti durch Grafische Assoziationen – und KaWas – Kreative Wortassoziationen. Vera F. Birkenbihl hatte ihre KaGas entwickelt, um oft Komplexes in simple Zeichnungen und Grafiken umzuarbeiten.

Analograffiti ist das „denken mit einem Stift in der Hand.“ Es stammt vom griechischen Wort grafein (ritzen). Nach Birkenbihl, gibt es drei Möglichkeiten: ABC-Listen, KaWas (Wortassoziationen) und KaGas (Grafik Assoziationen).

Mit KaGas stellen Sie Ideen in kleinen Zeichnungen dar. Dieses spezielle grafische Denk-Tool kann unsere geistigen Fähigkeiten dramatisch erhöhen, denn KaGas helfen uns, die Dinge klarer zu sehen und uns ein besseres Bild zu machen. Abgesehen davon, dass KaGas auch das kreative Denken unterstützen, soll es uns hier um das Erwerben und Festigen von Wissen gehen.

So kann man beispielsweise eine Geschichte (in einer Fremdsprache) in einer kleinen Zeichnung darstellen. Somit fasst man Vokabeln und Phrasen zusammen. Bilder sind wesentlich gehirn-gerechter als reine Worte, weil unser Gehirn Bilder in einem extrem hohen Tempo verarbeitet – bis zu tausendmal schneller als Worte.

Wichtig: Für KaGas benötigen wir keinerlei Zeichenfähigkeit im üblichen Wortsinn. Einfache Skizzen oder Strichmännchen auf dem Niveau von Vierjährigen reichen völlig aus.

Mehr zu ABC-Listen und KaWas erfahren Sie in unseren Online-Seminaren mit Emil Brunner!

abc_kreativ_Lerntypen

 

2.     Der musisch-akustisch (Lern)typ

Ihr Motto ist: Klingt gut.

Musisches Talent wirkt sich in der Affinität zu Musik, dem Singen, und Musizieren aus. Musik hilft Ihnen beim Denken. Deshalb ist es für Sie eine positive Unterstützung, wenn Sie während dem Lernen Musik hören. Mit Musik kann man sogar Sprachen erlernen: Mitsingen, nachsingen, Texte übersetzen – alles ist möglich.

Liedtexte bieten sowohl Vokabular als auch Sprachstruktur an, sodass ein Lied wie eine Lektion oder andere Texte behandelt werden kann. Lieder können also zuerst de-kodiert werden und danach durchläuft man die Schritte zwei bis vier der Birkenbihl-Methode: Aktives Hören, Passives Hören und Aktivitäten.

Lieder als Lernmaterial zu verwenden hat viele Vorteile:

  • Wortschatz: Vokabular, das ansonsten vielleicht fehlt.
  • Inhalt: Unterschiedliche Themen werden behandelt, was unseren Horizont erheblich erweitern kann. Wenn zum Beispiel „Stadtkinder“ Erntelieder singen, entwickeln sie dadurch eine Vorstellung vom Landleben.
  • Geschichte und Poesie: Viele Lieder enthalten Geschichtsunterricht oder Poesie-Unterricht, wenn man über das Thema des Liedes spricht.
  • Sprachstruktur: Durch das häufige Singen bleiben viele Texte im Gedächtnis verankert. Sprachliche Strukturen prägen sich also für immer ein.

Nähere Informationen zum Verwenden von Liedern zum Sprachenlernen finden Sie hier.

Lerntypen

 

3.     Der linguistisch-verbal (Lern)typ

Ihr Motto ist: Sag es mir in Worten oder schreib es mir auf, und ich werde es verstehen.

Gelerntes laut zu wiederholen hilft Ihnen besonders gut beim Merken von Dingen. Das Chor- und Echosprechen ist daher eine Übung die wie für Sie gemacht ist. Mit diesen Aktivitäten festigen und verbessern Sie Ihr Wissen. Vor allem Ihre Aussprache wird dadurch optimiert. Details zum Chor- und Echosprechen finden Sie hier.

Lerntypen

 

4.     Der physisch-kinästhetisch (Lern)typ

Ihr Motto ist: Bewegung ist fun-damental.

Das heißt, Sie denken in Bewegungen. Am besten lernen Sie also, wenn Sie das Gelernte mit einer physischen Aktivität verbinden. Da kommt Pantomime gerade recht. Pantomime ist eine wunderbare Übung zum Verinnerlichen von Gelerntem. Sie lernen sogar schon beim bloßen Zuschauen! Noch effektiver ist es allerdings, mit einigen Mitlernenden ein Pantomime-Spiel zu veranstalten. Lernspiele sind besonders effektiv, denn sie machen Spaß und bringen raschen Lernerfolg. Eine Auswahl an Lernspielen finden Sie hier.

 Lerntypen

 

5.     Der logisch-mathematisch Lern(typ)

Ihr Motto ist: Warum? Na weil es logisch ist.

Clever – so bezeichnen wir gerne die Menschen, die sich mit logischen Zusammenhängen und Zahlen wohlfühlen. Sie gehörten zu diesen schlauen Menschen wenn Sie komplexe Probleme können Sie oft logisch und/oder mathematisch lösen können. Deshalb empfehlen wir für Sie die Übung mit LangDokus. Die Idee hinter LangDokus basiert auf dem beliebten japanischen Rätsel Sudoku. Anstatt mit Zahlen, befüllt man ein 9×9-Gitter mit Wörtern in einer Fremdsprache. Übungsbeispiele und mehr Informationen zu LangDokus finden Sie hier.

LangDokuChinesisch - Lerntypen

6.     Der interpersonal-soziale (Lern)typ

Ihr Motto ist: Ich verstehe, was du meinst.

Soziale Beziehungen sind Ihnen wichtig – im Alltag, wie auch beim Lernen. Wissen über andere aufnehmen und Wissen mit anderen Teilen gehört für Sie zum Lernprozess dazu. Rollenspiele kommen Ihnen als Lernaktivität gerade recht. Rollenspiele sind eine wunderbare Vorbereitung auf die Praxis. Sie lernen sogar schon beim bloßen Zuschauen! Noch effektiver ist es, mit einigen Mitlernenden ein Rollenspiel zu veranstalten. Auch das gegenseitige Erklären des Lernstoffs ist für den interpersonal-sozialen Lerntyp ein wichtiger Bestandteil des Lernens. Eine Auswahl von Lernspielen finden Sie hier.

Lerntypen

 

7.     Der intrapersonal-solitäre (Lern)typ

Ihr Motto ist: Das Ziel liegt in dir selbst.

Selbstdisziplin zählt zu Ihren Stärken. Sie wissen, was Ihnen gut und weniger gut gelingt, und wie Sie sich verbessern können. Sie lernen am besten alleine und in einer ruhigen Umgebung. Ziele zu setzen hilft Ihnen beim Erreichen dieser. Jegliche Übungen, die Sie alleine durchführen können, helfen Ihnen beim Sprachenlernen. Dazu zählen De-kodierungsübungen und Rück-dekodierungsübungen. De-kodieren bezeichnet das Wort-für-Wort Übersetzen von einer Fremdsprache in die Muttersprache. Für alle Birkenbihl-Sprachkurse gibt es De-kodierungs- und Rück-de-kodierungsübungen zum kostenfreien Download. Doch auch ohne Sprachkurs kann man die Methode gut einsetzen und so seine Sprachkenntnisse optimieren – zum Beispiel mit Zitaten. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.

Lerntypen

 

3-Minuten Quiz:

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Über den Autor

Content Managerin und Bloggerin Katharina Leitner beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.leitner-marketing.at

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